Tatsächlich steckt dahinter eine EU-Rechtsänderung: Ab 01.01.2027 müssen neu installierte private Mode-3/4-Ladepunkte ISO 15118-20 unterstützen. Technisch geht es vor allem um zusätzliche digitale Kommunikation zwischen Auto und Wallbox. Statt nur „du darfst X Ampere laden“ können Ladeprofile, Plug & Charge, Smart Charging und perspektivisch V2G ausgehandelt werden. Elektrisch werden die bisherigen Wallboxen dadurch aber nicht plötzlich schlecht oder unsicher.
Gerade aus Nachhaltigkeitssicht ist das ziemlich absurd: Bereits installierte Boxen haben Bestandsschutz und dürfen grundsätzlich auch repariert werden, technisch identische Lagerware bzw. später ausgebaute Geräte können bei einer Neuinstallation aber zum Problem werden. Dazu kommt die heutige Reparaturpraxis: Wegen eines defekten Speicherchips, HMI- oder Powerboards wird kaum auf Bauteilebene repariert. Mit Boardtausch, Arbeitszeit und Anfahrt sind schnell 500 bis 800 Euro erreicht, dann wird einfach eine neue Wallbox gekauft.
Unterm Strich wird damit eine ganze Generation funktionierender bzw. reparierbarer Hardware künstlich entwertet. Für die Wallbox-Hersteller zumindest wirtschaftlich ziemlich komfortabel: Statt reparieren oder weiterverwenden verkauft man die nächste Generation noch einmal neu.